FAQs – Die Schmelztiegel im Einzelhandel 2016

In diesem Beitrag habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, eine verständliche Übersicht über wichtige Kanal- und Verhaltensverschmelzungen sowie Trends im Einzelhandel zu bieten – und zwar in Form eines Frage-Antwort-Artikels.  Versteht man als Einzelhändler die FAQ-Thematik, erkennt dessen Relevanz und findet eine für den eigenen Laden passende Lösung, dann steht einer eigenen Online-Offline-Strategie nichts im Wege. Die Reihenfolge der FAQs ist nach „Von-der-Pflicht-zur-Kür“ sortiert.

FAQs 2016 für Einzelhändler

#1 Was ist mit „Verschmelzung von Online & Offline“ gemeint?

Durch die Allgegenwärtigkeit mobiler Endgeräte sind Kunden jederzeit erreichbar und können jederzeit in die (ihre eigene) Online-Welt eintauchen. Egal, ob zu Hause auf der Couch, in Bus und Bahn oder direkt im Ladengeschäft vor Ort. Vor allem das sehr persönliche Smart Phone spielt hier eine große Rolle, da es die meisten Menschen immer bei sich tragen und es somit ein ständiger mobiler Begleiter ist. Die Verschmelzung von Online & Offline findet auf mehreren Ebenen statt: z. B. Kommunikation mit Freunden (real vs. chat vs. beides parallel), Informationsverhalten/Kaufprozess (ROPO > siehe kommende FAQ), Spielen (real vs. lokal/virtuell vs. online/virtuell vs …), um nur 3 Beispiele zu nennen.

Hier geht’s zum Blog-Beitrag Lokales Marketing: Wie baue ich eine Online-Offline-Brücke für meine Kunden?

#2 Was bedeutet ROPO im Kontext der Online-Offline-Verschmelzung?

ROPO steht für Research Online, Purchase Offline (oder umgekehrt) und steht für die typischen Verhaltensmuster von Konsumenten, sich online zu informieren und offline einzukaufen oder umgekehrt. Viel wichtiger als ROPO selbst ist es, sich über die 4 möglichen Szenarien bewusst zu werden:

  1. Traditionell: Menschen informieren sich offline & kaufen offline. D. h. ich gehe zu Edeka und kaufe mir eine Kinderschokolade.
  2. Online-Offline-Verschmelzung 1 (ROPO 1): Menschen informieren & probieren offline & kaufen dann aber online. Auch bekannt als Beratungsklau. D. h. ich gehe zu Karstadt Sport, probiere Nike-Schuhe an, suche das Modell, das mir passt, dann aber online und kaufe es auch dort, wenn ich es güstiger bekomme.
  3. Online-Offline-Verschmelzung 2 (ROPO 2): Menschen informieren sich online & kaufen dann offline. D. h. ich suche z. B. online einen Winterschlussverkauf in meiner Nähe raus, um dort dann nach günstigen Skiklamotten zu schauen. Oder ich informiere mich ausführlich über technische Details eines Produkts und kaufe es dann bei Saturn um die Ecke.
  4. Reines Online-Shopping: Menschen informieren sich online & kaufen online. Klassisches Online-Shopping.

Wenn man sich diese Verhaltensmuster anschaut – die oft auch parallel und/oder hintereinander und in verschiedenen Kombinationen stattfinden, wird einem klar, dass die Grenzen zwischen Online und Offline immer mehr verschmelzen.

Hier geht’s zum Blog-Beitrag ROPO ohne eigenen Online-Channel nutzen – geht das?

#3 Was hat es mit lokalem Marketing (Local Marketing), LBS und Local SEO auf sich?

Lange war es so, dass die Online-Welt keine direkte Verknüpfung zum eigenen Standort und zur eigenen Situation hatte. Dies hat sich mit Möglichkeiten der Lokalisierung und der Verknüpfung dieser mit mobilen Kommunikationsangeboten und LBS aller Art geändert. LBS sind Location Based Services, also Anwendungen, die mittels Standorterkennung in irgend einer Form die örtliche Position des Nutzers (z. B. GPS) oder die Nähe zum Nutzer (z. B. NFC) verarbeiten können und somit eine höhere Relevanz für den Nutzer haben. Mittels Umkreissuchen kann ich z. B.  nach relevanten Infos zu Dingen / Orten / Events … in meiner Nähe suchen. Hier kann die Verknüpfung von real / lokal und online sogar über Desktop-Anwendungen stattfinden, aber natürlich auch über das mobile Endgerät. Local Marketing bedeutet nun, für meine Zielgruppe relevante LBS zu bespielen, eigene LBS einzusetzen und/oder lokale Suchmaschinenoptimierung (Local SEO) zu betreiben.

Hier geht’s zum Beitrag Lokales Marketing: Wie baue ich eine Online-Offline-Brücke für meine Kunden?

#4 Was ist SoLoMo und warum ist es für den Einzelhandel wichtig?

SoLoMo steht für die Verschmelzung Social Local Mobile. Über Mobile und Local habe ich schon gesprochen. Die weitere Komponente Social geht mit einem  menschlichen Bedürfnis einher: die soziale Kommunikation. Für den Einzelhandel sind hier insbesondere Bewertungen und Meinungsbildung in sozialen Netzwerken relevant, aber insbesondere auch im Allgemeinen die Teilbarkeit (Shareability) von Inhalten. Denn über diese Teilbarkeit kann das, was als Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt ist, in elektronischer Form (eWOM) statfinden. Wer also gar keine teilbaren elektronischen Inhalte online hat, kann auch nicht von Online-Mund-zu-Mund-Propaganda profitieren. Durch Social in Kombination mit Local und Mobile erreicht Online höchste Relevanz beim Kunde: Schafft man es z. B., einen potenziellen Kunden über a) soziale Weiterempfehlung in b) örtlicher Nähe in Kombination mit einem c) mobilen Coupon anzusprechen, so sind alle Weichen Richtung Neukunde/in gestellt. Das war nur ein SoLoMo-Beispiel … Ihrer Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt!

Hier geht’s zum Beitrag SoLoMo – Social, Local, Mobile

 

Weitere Trends im Einzelhandel 2016 & allgemeine digitale Trends finden Sie hier:

t3n.de: 2016 kommt – und das sind die 5 wichtigsten E-Commerce-Trends

absatzwirtschaft: 13 Experten, 13 digitale Marketing-Trends für 2016

kpmg.de: Trends im Handel 2020

t3n.de: E-Commerce: Globaler, mobiler, innovativer – der Online-Handel 2016

 

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