Shopping am Sonntag & verkaufsoffene Sonntage

Wissen Sie eigentlich, warum und seit wann Geschäfte in Deutschland sonntags in der Regel geschlossen sind? Und wer sonntags trotzdem öffnen darf? Und wie viele verkaufsoffene Sonntage in einem Kalenderjahr stattfinden dürfen? Diese Fragen pauschal zu beantworten ist gar nicht so einfach, … Aber fangen wir vorne an.

Die Geschichte der Ladenöffnungszeiten

Grundsätzlich geht die Geschichte der verkaufsoffenen Sonntage mit der Geschichte und den Regelungen der Ladenöffnungszeiten einher:

19. Jahrhundert: Sieben Tage die Woche zwischen 5 und 23 Uhr.

1891: Sonntagsbeschränkung auf 5h Verkauf.

1900: Öffnungszeiten reduziert auf 5 bis 21 Uhr an Werktagen.

1911 (freiwillig): Ladenschluss festgelegt auf 20 Uhr.

1919 (gesetzlich): Öffnungszeiten definiert auf 7 bis 19 Uhr an Wochentagen.

1933: 18:30-Regelung wurde eingeführt.

1957 (Gesetz über den Ladenschluss): Regelung der Öffnungszeiten von 7 bis 18:30 Uhr an Wochentagen. Samstags bis 14 Uhr (1. Samstag im Monat bis 18 Uhr).

1960: An Adventssamstagen Öffnung bis 18 Uhr erlaubt.

1989: Langer Donnerstag (auch Dienstleistungsabend) mit Öffnungszeiten bis 20.30 Uhr wird eingeführt.

1996: Öffnungszeiten gelockert auf 6 – 20 Uhr an Wochentagen und samstags bis 16 Uhr. Kein langer Donnerstag mehr.

2003: Öffnungszeiten erweitert auf 6 – 20 Uhr von Montag bis Samstag. Regelung der Öffnungszeiten für den 24. Dezember, sofern dieser ein Wochentag ist: 6 – 14 Uhr. Öffnung an Sonn- und Feiertagen verboten.

2006 (Föderalismusreform): Der Ladenschluss wird Ländersache. In den Jahren 2006 und 2007 folgten daher entsprechende Gesetze auf Landesebene. Der Sonn- und Feiertagsschutz hat einen hohen Stellenwert.

Dieses hin-und-her der Ladenöffnungszeiten im Lauf der Geschichte zeigt, dass viele Perspektiven und Interessen aufeinandertreffen, wenn es um deren Definition geht. Arbeitnehmerschutz, Händler, Verbraucher, Kirche – um nur einige zu nennen – haben immer wieder für Diskussionen und Neuregelungen gesorgt. Da sonn- und feiertags bis auf einige Ausnahmen die Ladengeschäfte geschlossen sind, haben sich verkaufsoffene Sonntage als echte Attraktionen etabliert. So nutzen 63 Prozent der deutschen Bevölkerung Angebote für verkaufsoffene Sonntage (GfK-Umfrage 2014).

Verkaufsoffene Sonntage im Jahr 2015

Ebenso wie die Ladenöffnungszeiten sind also auch die verkaufsoffenen Sonntage heute Ländersache. Im Durchschnitt finden vier verkaufsoffene Sonntage statt – in Baden Württemberg sind es nur drei, in Berlin sind es stolze 8. Je nach Land sind auch spezielle Feiertage geschützt, d. h. hier darf kein verkaufsoffener Sonntag stattfinden. Hierzu gehören

  • der erste und zweite Weihnachtsfeiertag,
  • der Ostersonntag,
  • der erste Mai,
  • der Pfingstsonntag,
  • der dritte Oktober,
  • Allerheiligen,
  • der Volkstrauertag
  • und der Totensonntag.

Wenn verkaufsoffene Sonntage stattfinden, dann oft unter einem bestimmten Motto und in Kombination mit besonderen Attraktionen wie Märkten und Messen. Ob für jung oder alt – meist ist ein kreatives Rahmenprogramm geboten, das das sonntagliche Shopping-Ereignis zum Familien- oder Pärchenausflug mit besonderem Erlebnis-Charakter macht. Übrigens ist die Zeit der Ladenöffnung meist auf 5 – 6 Stunden begrenzt.

verkaufsoffener Sonntag & Messe

Ausnahmen: sonntags einkaufen

Ausnahmen bestätigen die Regel – so auch beim Sonntags-Shopping. Für bestimmte Gebiete, Branchen und Produkte bestehen Ausnahmen – teilweise diskutiert, teilweise selbstverständlich.

  • bestimmte Gebiete: touristisch erschlossene Gebiete, Bahnhöfe, Häfen, Flughäfen
  • spezielle Bedürfnisse deckend: Apotheken, Tankstellen
  • definierte Produkte: Blumen und Pflanzen, Back- und Konditorwaren, landwirtschaftliche Produkte

Darüber hinaus können von Ladengeschäften verkaufsoffene Sonntage zu bestimmten Anlässen beantragt werden.

Verkaufsoffene Sonntage finden

Es ist gar nicht so einfach, verlässliche Informationen zu verkaufsoffenen Sonntagen zu erhalten. Oftmals muss man erst durch Zufall auf ein Plakat stoßen oder mit Verwunderung die vielen Menschen in der Stadt feststellen, um auf den verkaufsoffenen Sonntag aufmerksam zu werden. Diesen Mangel an Transparenz haben viele Städte und Gemeinden erkannt und Listen auf ihren Online-Plattformen bereitgestellt – jedoch längst nicht überall. Es finden sich auch zentrale Plattformen, die listenartig verkaufsoffene Sonntage präsentieren – jedoch oft ohne nähere Informationen.

Gestatten Sie einen kleinen Absatz in eigenem Interesse, der Ihnen das Unternehmen hinter diesem Blog ein wenig näherbringt: Aus dem eben angeführten Grund des Informationsmangels hat die lokale Shopping- und Erlebnisplattform osos-sales.de verkaufsoffene Sonntage ins eigene Repertoire aufgenommen und dabei den Anspruch, mindestens Datum und Uhrzeit, wenn möglich jedoch Informationen aus erster Hand, d. h. von Stadt-Marketing oder Gewerbeverein, in Wort und Bild zum jeweiligen Sonntag zu veröffentlichen. Das Besondere ist auch, dass die verkaufsoffenen Sonntage gemäß dem Plattform-Prinzip über die Umkreissuche gesucht und nach Entfernung aufgelistet werden – ein besonderer Service, der sowohl für Städte und Gemeinden als auch für Besucher der Plattform kostenlos und einmalig ist. Wer nun Interesse daran hat, nach verkaufsoffenen Sonntagen zu suchen, … hier geht’s zur Suche nach verkaufsoffenen Sonntagen.

 Quellen / zum Weiterlesen

verkaufsoffenersonntag.co

wikipedia.org

stadtmarketing-amberg

giessener-allgemeine

karlsruhe.ihk

 

 

2 thoughts on “Shopping am Sonntag & verkaufsoffene Sonntage

  • 10. November 2016 um 14:55
    Permalink

    Was für tolle Hintergrundinformationen es hier gibt! Sehr informative Auflistung der Regelungen zu Öffnungszeiten am Sonntag im historischen Zeitverlauf. Nun lässt sich auch besser nachvollziehen, warum es immer noch ein sehr diskutiertes Thema ist.
    Viele Grüße

    Antwort
    • 11. November 2016 um 12:53
      Permalink

      Vielen Dank 🙂

      Antwort

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