ROPO ohne eigenen Online-Channel nutzen – geht das?

Immer wieder werden sie seit dem Jahr 2008 diskutiert – der ROPO-Effekt und sein Antrieb, der ROPO-Kunde. Das Akronym ROPO steht hierbei für Research Online, Purchase Offline oder umgekehrt: Research Offline, Purchase Online. Der erstgenannte Fall ist der häufiger auftretende. Der Kunde informiert sich online, um schließlich informiert im Ladengeschäft zu kaufen.

Wie verhält sich der ROPO-Kunde?

In Realität verhält sich der ROPO-Kunde eventuell in etwa so: RO-RO-PO (Research Offline – Research Online – Purchase Online ) oder so: RO-RO-RM-PO (Research Online – Research Offline – Research Mobile – Purchase Offline), um nur zwei von vielen möglichen Kaufentscheidungsprozessen zu demonstrieren. Was diese Beispiele zeigen, ist offensichtlich. Alle Kanäle wachsen immer mehr zusammen, Online- und Offline-Welt verschmelzen – sowohl beim Kaufentscheidungsporzess als auch beim Kaufprozess. Durch die zunehmend mobile Nutzung des Internets wird der ROPO-Effekt verstärkt und ubiquitär, d. h. er findet immer und überall statt.

Was können stationäre Händler dem ROPO-Kunden bieten?

Große Multichannel-Unternehmen wie ZARA machen sich den ROPO-Effekt zunutze, indem sie dem Kunden beispielsweise ermöglichen, Ware online zu kaufen und im Ladengeschäft abzuholen.
Doch wie können kleine Einzelhändler des stationären Handels dem ROPO-Kunden gerecht werden?

Eine Möglichkeit sind sicherlich Gutscheine und Coupons, die über Online-Anbieter wie gutscheine.de oder Group-Buying-Portale wie Groupon an potenzielle Kunden gebracht werden können. Der große Vorteil ist hierbei die direkte Tracking-Möglichkeit der Gutschein-Kampagne, sodass der ROPO-Effekt messbar ist.

Was jedoch häufig vergessen wird, ist die Tatsache, dass kleine lokale Händler teilweise überhaupt nich im Internet sichtbar sind. Findet ein potenzieller Kunde nun beispielsweise einen Gutschein eines lokalen Händlers in einem Gutschein-Portal, so hat er gegebenefalls keine Möglichkeit, sich über dessen Unternehmen, Sortiment etc. zu informieren. So sind auch Szenarien denkbar, die schon ohne das Auffinden eines Gutscheins stattfinden: Möglicherweise sucht ein potenzieller Kunde nach einer spezifischen Branche, z. B. Sportmode in seiner Nähe und findet nicht heraus, dass zwei Straßen weiter ein kleiner Sportladen mit fairen Preisen existiert, da er noch nicht zufällig am Schaufenster vorbeigelaufen ist.

SICHTBARKEIT im Internet ist das große Stichwort, worauf dieser Beitrag hinauslaufen soll. Gerade in Zeiten, in denen die Laufkundschaft nachlässt und die Informationssuche im Internet zunimmt, müssen lokale Händler den Schritt ins Internet gehen. Wenn für einen eigenen Web-Auftritt keine finanziellen Mittel existieren, so kann zumindest die Möglichkeit genutzt werden, das Unternehmen auf Portalen wie google My Business / google Places einzutragen oder in sozialen Netzwerken aktiv zu werden, um gefunden werden zu können. Der ROPO-Typus kann nur ein ROPO-Kunde werden, wenn ihm die Möglichkeit gegeben wird, sich online zu informieren – sowohl allgemein als auch über Rabattaktionen und Gutscheine.

Zusammenfassend kann die Frage aus der Überschrift dieses Beitrags „ROPO ohne eigenen Online-Channel nutzen – geht das?“ wie folgt beantwortet werden:

Auch und gerade stationäre Händler müssen sich den ROPO-Effekt zunutze machen, indem sie soviel Sichtbarkeit im Internet erzeugen, wie möglich. Transparenz hinsichtlich ihres Ladengeschäfts, ihres Standorts, ihres Sortiments und aktueller Themen wie Sonderverkäufe etc. ist ein MUSS, um dem ROPO-Kunden gerecht zu werden.

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